Dienstplan für den Taxenverkehr im Betriebssitzbezirk 4


Anpassung der Taxitarife ab 01.09.2016 im Landkreis Göppingen


Die Taxitarife ab 1. September 2016

Grundpreis bei Inanspruchnahme eines Taxi  3,70 Euro
Mindestfahrpreis  3,80 Euro
Kilometerpreis Zielfahrt
 bis 6 Km (0,10 € je angefangene 43,48 m)  2,30 Euro
 ab 6 Km (0,10 € je angefangene 55,56 m)  1,80 Euro
Kilometerpreis Anfahrt
 (0,10 € je angefangene 100 m)  1,00 Euro
Zeitpreis pro Stunde  33,00 Euro


NWZ Göppingen MICHAEL SCHORN 

Die Taxitarife für Fahrten innerhalb des Landkreises werden zum
1. September erhöht. Für kurze Fahrtstrecken steigen die Preise um bis zu 20 Prozent.

Taxen- und Mietwagenbetreiber im Kreis Göppingen haben es schwer, der Markt ist hart umkämpft. Erst im vergangen Jahr waren die Preise für Taxifahrten vor allem aufgrund des Mindestlohns teurer geworden.  Jetzt kommt zum 1. September eine erneute Erhöhung der Taxen-Tarife. „Die Preise steigen zwischen 9 und 20 Prozent, je nach Länge der gefahrenen Strecke“, berichtet Sebastian Hettwer, stellvertretender Leiter des Amtes für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur im Landratsamt und zuständig für den Taxen-Verkehr im Landkreis.

Eine Preiserhöhung hatte ein vom Landratsamt Göppingen in Auftrag gegebenes Gutachten, das im März veröffentlicht worden war, empfohlen. „Dieses Gutachten hat gezeigt, dass der Taxitarif nicht auskömmlich ist und eine Erhöhung der Beförderungsentgelte dringend notwendig ist“,  erklärt Hettwer. Insbesondere gestiegene Betriebskosten hätten eine Erhöhung des Tarifes notwendig gemacht, teilt das Landratsamt Göppingen mit.

Besonders von der Tarif-Erhöhung betroffen sind die Kurzstrecken. Denn das Gutachten hatte ergeben, dass derzeit erst Fahrten von mehr als 20 Kilometern für die Betriebe auskömmlich seien. „Es geht darum, besonders die Kurzstrecke zu stärken“, sagt Hettwer. Aktuell kostet beispielsweise eine fünf Kilometer lange Taxifahrt im Kreis Göppingen etwa 13 Euro ohne den noch hinzu zu berechnenden Zeitpreis. Ab dem 1. September wird sie dann rund 15 Euro kosten.

Damit steigen die Fahrpreise allerdings moderater, als im Gutachten vorgeschlagen. Denn darin wurde dem Landratsamt unter anderem geraten, den Preis für Taxifahrten auf einer Strecke von zehn Kilometern um 48 Prozent zu erhöhen. Nachdem das Gutachten veröffentlicht worden war, hatte das Amt für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur im Frühjahr alle Taxen-Unternehmer im Landkreis eingeladen, um über die künftige Fahrpreisgestaltung zu beratschlagen. „Die Verwaltung hat in Zusammenarbeit mit den Taxiunternehmern einen Tarif entworfen, der entgegen dem Gutachten eine vergleichsweise moderate Erhöhung des Tarifs vorsieht, um einen Kundenschwund durch abschreckend hohe Preise zu vermeiden“, ist Sebastian Hettwer überzeugt.

Der Gutachter hatte zudem empfohlen, die Anzahl der Taxi-Lizenzen im Landkreis nicht weiter zu erhöhen. Denn vor allem in den Städten Göppingen, Eislingen und auch in Geislingen sei die Anzahl der Taxen und Mietwagen sehr hoch, es gebe dort bereits Anzeichen für eine Bedrohung für das Gewerbe. Das bestätigt auch Hettwer: „In Göppingen gibt es Phasen, wo Taxen eineinhalb Stunden am Bahnhof warten und in dieser Zeit keinen Cent verdienen.“ Daher wolle das Landratsamt generell auch keine zusätzlichen Taxi-Lizenzen mehr erteilen. „Bis vor kurzem gab es im Landkreis 81 Taxi-Lizenzen“, erläutert Hettwer. Allerdings habe das Landratsamt mittlerweile vier Ebersbacher Taxi-Lizenzen „wegen finanzieller Unzuverlässigkeit des Unternehmers“ widerrufen. Hinzu kommen aktuell noch 129 Mietwagen.

Vor der  Tariferhöhung zum 1. September und der im vergangenen Jahr waren die Preise für Taxifahrten im Landkreis zuletzt 2001 und 2008 angehoben worden. „Die Tarife sind in der Vergangenheit nur sehr spärlich erhöht worden. Das hat nicht den tatsächlichen Kostensteigerungen für die Unternehmer entsprochen“, meint der stellvertretende Amtsleiter. Nun wolle das Landratsamt in kürzeren Intervallen überprüfen, ob die Tarife noch angemessen sind. „Voraussichtlich nun alle zwei Jahre, also im Jahr 2018 wieder“, sagt Sebastian Hettwer.